#7 Durchs Auetal

In Kapitel #6 haben wir eine Variante gesehen, die durch die Mitte des Landkreises Schaumburg führt. Ein Ingenieurbüro hat diese Variante erstellt. Sie ist eine von fünf. Eine weitere Variante, die vom Verkehrsministerium Variante 2 genannt wird, berührt Dörfer und Städte im Süden des Landkreises Schaumburg.

Von dieser Neubaustrecke wären im Landkreis Schaumburg folgende Orte berührt: Waltringhausen | Bad Nenndorf | Rodenberg | Apelern | Klein Holtensen | Rehren | Poggenhagen | Borstel | Bernsen | Steinbergen | Luhden | Schermbeck

Auf dieser Strecke haben die Planer den Bau mehrerer Tunnel vorgesehen – unter anderem den Auetaltunnel, der in einer Länge von rund 10.700 Metern bei Apelern beginnen und in Bernsen wieder aus der Erde kommen würde. Dieser Tunnel wäre, wenn er denn realisiert würde, der zweitlängste Eisenbahntunnel, der je in Deutschland gebaut wurde.

Auch dazu gibt es ein Kärtchen, mit dem erneuten Hinweis, dass es sich um eine sehr grobe Darstellung handelt.

Der längste je gebaute Tunnel in Deutschland ist übrigens der Landrückentunnel in der Nähe von Fulda; er ist Teil der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg und 10.779 Meter lang. Mit dieser Länge zählt der Landrückentunnel auch zu den 25 längsten Eisenbahntunneln der Welt.

Die Bauarbeiten für diesen Tunnel dauerten von September 1981 bis  August 1986, also rund fünf Jahre. Der Tunnel wurde gleichzeitig in drei Abschnitten gebaut, dabei waren bis zu 370 Männer und Frauen beschäftigt. An dem Tunnel wurde an sieben Tagen in der Woche und täglich 24 Stunden gearbeitet.

Beim Landrückentunnel fielen insgesamt 1,5 Millionen Kubikmeter Aushub an. Ist ja klar, das was die da ausgraben, muss ja irgendwo hin. Es fällt mir – das gebe ich gerne zu – eher schwer mir vorzustellen, wieviel 1,5 Millionen Kubikmeter sind. Versuchen wir mal einen Vergleich.

In einen dieser großen Papier- oder Müllcontainer passt 1 Kubikmeter. Wenn mein Mathematik-Unterricht vor rund 45 Jahren nicht komplett umsonst gewesen sein soll, dann könnte man vielleicht auch die berühmt-berüchtige Lokaljournalisten-Rechnung mit den Fußballplätzen aufmachen. Ein Fußballplatz ist etwa 100 Meter lang und maximal 75 Meter breit. Das ergibt 7.500 Quadratmeter. 20 Fußballplätze nebeneinander sind zusammen etwa 150.000 Quadratmeter groß. Wenn Sie jetzt den Aushub auf diese Fläche kippen und schön gleichmäßig harken, dann wären unsere Fußballplätze in der gesamten Fläche zehn Meter hoch mit dem Aushub bedeckt.

Autor: Markus Kater

Rentner, Jahrgang 1962, ehemaliger Zeitungs-Journalist, Soul-, Jazz und House-DJ, Schaumburger.