#9 Zwischenstand Februar 2021

So. Samstag, 27. Februar. Zeit für eine kurze Zusammenfassung. Bisher sind in diesem Blog acht Kapitel zum Thema Eisenbahn erschienen. Weitere werden folgen.

Wir wissen folgendes:

Der Bundestag, das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn AG wollen, dass mehr Menschen mit der Eisenbahn fahren. Die Zahl der Bahnfahrer soll sich bis zum Jahr 2030 verdoppeln, der Güterverkehr  soll um 25 Prozent wachsen.
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#8 Deutschland-Takt

Ein kurzer Pinselstrich – und zack, die „5“ ist weg. Ich sitze seit etwa drei Stunden mit einem Pinsel in der Hand in der Bundesbahn-Schilderwerkstatt in Hannover-Leinhausen. Ich tunke ihn in eine chemikalische Flüssigkeit, einmal rauf und einmal runter, und dann steht auf dem Plastikband, das vor mir liegt, nicht mehr 12:15, sondern 12:1 . Bei der Bundesbahn ist bald Fahrplanwechsel; mein Ferienjob im Hochsommer 1980 ist es, Minuten auszulöschen. Das bearbeitete Band kommt später in die Siebdruckerei und läuft – mit dann schicken neuen Minutenangaben – irgendwann wieder auf dem Hauptbahnhof durch einen Kasten, so dass die Bahnfahrer sehen können, wann der nächste Zug abfährt. Die Älteren unter uns mögen sich erinnern.

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#7 Durchs Auetal

In Kapitel #6 haben wir eine Variante gesehen, die durch die Mitte des Landkreises Schaumburg führt. Ein Ingenieurbüro hat diese Variante erstellt. Sie ist eine von fünf. Eine weitere Variante, die vom Verkehrsministerium Variante 2 genannt wird, berührt Dörfer und Städte im Süden des Landkreises Schaumburg.

Von dieser Neubaustrecke wären im Landkreis Schaumburg folgende Orte berührt: Waltringhausen | Bad Nenndorf | Rodenberg | Apelern | Klein Holtensen | Rehren | Poggenhagen | Borstel | Bernsen | Steinbergen | Luhden | Schermbeck

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#6 Durch Schaumburgs Dörfer

Die Nachricht: Das Bundesverkehrsministerium hat der Deutschen Bahn AG am 24. November 2020 den Auftrag erteilt, die Bahnstrecke zwischen Hannover und Bielefeld auszubauen. Die Bahn habe ein „Projektteam“ gebildet, dass diese Strecke jetzt plane. Gleichzeitig soll die Deutsche Bahn AG „den Dialog mit regionalen Interessengruppen organisieren“; dazu gehörten „Informationsveranstaltungen, Diskussionen und vertiefende Informationen“ schrieb die Pressestelle der Deutschen Bahn AG im November in einer Mitteilung.

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#5 Schaumburg

Bevor wir uns weiter mit einer Neubaustrecke, mit Gesetzen, Verordnungen, Beschwerden und vielem mehr befassen, schauen wir uns vielleicht noch einmal die aktuelle Strecke etwas genauer an.

Ich habe Ihnen da mal ein Kärtchen gemacht. In dieser finden Sie den Verlauf der Gleise sowie Bauwerke wie Brücken, Unterführungen, Überwege und Bahnhöfe der Bahnstrecke im Landkreis Schaumburg.

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#4 Denkfelher*

In diesem Kapitel unserer Geschichte wollen wir uns – wenn Sie denn möchten – mit Wortungetümen, Verwaltungsdeutsch, Misslungener Kommunikation und Gedankenfehlern befassen. Mit einem solchen will ich beginnen.

Wer die Diskussion um „die Trasse“ in den vergangenen Jahren aufmerksam verfolgt hat, der hat mitunter den Eindruck bekommen, es handele sich um eine Auseinandersetzung zwischen „den Bürgern“ und „dem Staat“. Dahinter steckt ein Gedankenfehler, denn ein elementarer Bestandteil unserer demokratischen Grundordnung ist: Wir Bürger sind der Staat. Ich erinnere: Sie, Ich und alle anderen wählen alle vier Jahre ein Parlament und eine Regierung, die stellvertretend für uns Entscheidungen treffen oder treffen sollen. Wir haben hier also eine Diskussion oder Auseinandersetzung zwischen Bürgern mit unterschiedlichen Ansichten. Es ist also beispielsweise nicht so, dass etwa „der Landkreis Schaumburg“ so etwas wie das gallische Dorf ist, dass wie in den Asterix- und Obelix-Comics einen heroenhaften Kampf gegen das übermächtige Römische Reich führt.

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#3 Helsinki und Hongkong

In diesem Kapitel kann ich Ihnen einige sperrige Begriffe und auch einige persönliche Bewertungen  nicht ersparen. Es geht unter anderem um die rechtlichen Grundlagen für den Bau einer Eisenbahnstrecke darum, was wir wissen und was nicht. Auch wenn wir uns Stellvertreter in den Bundestag gewählt haben, so können diese da nicht alles tun, was sie mögen. Soweit reicht unser Vertrauen dann doch nicht, da wollen wir schon noch ein Wörtchen mitreden. Weil wir in einer funktionierenden Gesellschaft Regeln brauchen, haben wir solche auch für den Bau von Eisenbahnstrecken. Ist ja klar.

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#2 Berlin

Weil Sie und Ich vermutlich nicht immer Zeit und Muße haben Eisenbahnstrecken zu planen, lassen wir das andere für uns machen, die wir dafür bezahlen: Abgeordnete nämlich. Sie, ich und viele andere haben zuletzt im Jahr 2017 einen Bundestag gewählt. Ob sie das bei Ihrer Stimmabgabe gewollt haben, oder nicht: In diesem Bundestag haben sich CDU/CSU und SPD zu einer Großen Koalition zusammengeschlossen und bilden deshalb die von Ihnen, mir und vielen anderen gewählte Bundesregierung. Auch wenn Sie zu den 23,8 Prozent gehören, die 2017 nicht gewählt haben, dürfen Sie gerne weiterlesen, wenn Sie möchten. Da bin ich nicht so.

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#1 Helpsen

Mein Urgroßvater Karl Busche hat 1908 in Helpsen ein Haus gebaut. Damals war Helpsen ein Dorf im Fürstentum Schaumburg-Lippe, Straßennamen gab es noch nicht. Weil das Haus das 32. war, das im Dorf Helpsen gebaut worden war, bekam es folgerichtig die Bezeichnung Helpsen 32. Das Haus war das dritte in einer Reihe, die anderen beiden (Helpsen 29, Helpsen 31) waren von zwei Brüdern meines Urgroßvaters gebaut worden. Mein Urgroßvater war Bergmann, und wie damals in Schaumburg-Lippe durchaus üblich, Selbstversorger. Auf dem rund 1500 Quadratmeter großen Grundstück wuchsen je nach Jahreszeit Kartoffeln, Bohnen, Erbsen, Mohr- und Runkelrüben, mit denen die beiden Schweine gefüttert wurden, die jedes Jahr im Stall herangezogen, dann geschlachtet und zu Wurst verarbeitet wurden.

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