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Geschnacke in der Lieblings-Serie

Montag, 14. September 2020: Gucke gerade mal wieder meine Lieblingsserie – House of Commons. Läuft auf parliamentlive.tv. Da gibt es seit einigen Monaten neue Mitspieler, aber der plot ist immer noch der, der er seit vier Jahren ist. Ein paar Leute treffen sich in einem großen Saal in London – in der Mehrzahl Männer zwischen 55 und 80 – und versuchen rauszufinden, ob sie an irgendwas keine Schuld haben, oder ob sie irgendjemandem die Schuld an irgendwas geben können. Sehr beliebt dabei sind „Brüssel“ und die „EU“, Emmanuel Macron und Angela Merkel, oder wahlweise auch alles, was not made in Great Britain ist.
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Wie viel ist viel?

In der siebten und achten Klasse habe ich (noch) keine Unterrichtsstunden schwänzen können und musste deshalb auf dem Ratsgymnasium auch am Mathematik-Unterricht teilnehmen. Das hat mich damals ungefähr so dolle interessiert wie heute – sagen wir mal – Countrymusik. Dennoch ist etwas von der Prozentrechnerei hängen geblieben, mit denen mich alte Männer in karierten und kreidebeschmierten Sakkos genervt haben. Ich versuche es mal. Wenn sich in Berlin an einem Sonnabendnachmittag etwa 40.000 Menschen versammeln, und Deutschland hat 83,5 Millionen Einwohner, dann entspricht das einem Prozentsatz von aufgerundet 0,05 Prozent (nullkommanullfünf).

0,05 Prozent der Menschen, die in Deutschland leben, versammeln sich in Corona-freien Zeiten an Sonnabendnachmittagen beispielsweise auch beim Fußballspiel Arminia Bielefeld gegen Mainz 05. Wenn ich diesen Prozentsatz auf eine Kleinstadt wie Stadthagen im Schaumburg-Lippischen mit seinen 20.000 Einwohnern übertrage, dann entspräche das in etwa zehn Menschen, die sich an einem Sonnabendmittag auf dem Marktplatz versammeln. Drei von ihnen schwenken eine Reichskriegsflagge; drei haben schon mal von Bill Gates gehört, drei freuen sich darauf, andere Hobbyversammler zu treffen, und einer ist der aus den USA angereiste Cousin eines Ratsherrn, dessen Vater einen kannte, der 1963 eine Rede von John F. Kennedy im Fernsehen gesehen hat.

Die Vermutung liegt sehr nahe, dass die Versammlung auf dem Marktplatz noch nicht einmal einer Lokalzeitung im journalistischen Sommerloch eine Zeile wert wäre. Vermutlich würde die Lokalzeitung aber berichten, wenn die Polizei diese Versammlung auflöst, weil die Teilnehmer sich nicht an Auflagen halten und Ordnungswidrigkeiten begehen. Eine gute Lokalzeitung würde sich im Anschluss auch der Frage widmen, wie denn wohl der Cousin aus Amerika überhaupt nach Deutschland beziehungsweise nach Europa hat einreisen können, und ob der deutsche Außenminister seinen Amtskollegen in Großbritannien mal mit der Frage behelligt, ob die Border-Control am Flughafen Heathrow noch alle Teetassen im Schrank hat.

Glaubstdunicht • 2

Dieses Foto ist am 16. Juli 2020 in einer Kleinstadt in Utah entstanden. Es zeigt eine Versammlung von Männern und Frauen; sie sind auf Einladung von Lehrern zusammen gekommen. Die Lehrer wollten mit diesen Eltern von Grundschülern über die Maskenpflicht während der Corona-Zeit sprechen. Die Versammlung wurde vom Schulleiter abgebrochen, weil die Männer und Frauen sich geweigert haben, Masken zu tragen und einen Mindestabstand einzuhalten.

Utah hat etwa 3 Millionen Einwohner, laut der von den Behörden gemeldeten Zahlen sind dort seit Ausbruch des Corona-Virus rund 32.000 Menschen an Covid-19 erkrankt. Umgerechnet auf die Bevölkerung ist die Ansteckungsrate in Utah um ein fünffaches höher als in Deutschland.

Liebe Kinder – Donald Trump

Liebe Kinder,
heute wollen wir über Amerika und seinen Führer sprechen. Die USA haben 2017 einen zu ihrem Anführer gewählt, der auf RTL II eine Fernsehshow hatte. Das ist ein bisschen so, als ob Til Schweiger, Heidi Klum oder der letzte Gewinner des Dschungelcamps deutscher Kanzler oder Kanzlerin wären und nicht Frau Merkel, die kennt Ihr ja auch. Der Präsident heißt Donald Trump und ist einer dieser alten Männer, wegen denen ihr spätabends nicht mehr alleine in den Park gehen dürft. Seine Ärzte haben ihn oft untersucht und sagen immer, dass er ganz gesund ist. Das glauben aber nicht alle; es gibt auch Menschen, die denken, dass Trump zum Beispiel heftig unter Rassismus und Dummheit leidet. Weiterlesen „Liebe Kinder – Donald Trump“

Er spricht mir aus der Seele – Thomas Davis, Baltimore

Ich finde es ja gut, wenn mir jemand sozusagen aus der Seele spricht. Thomas „Thommy“ Davis ist einer von denen, von denen ich gerne lese und höre. Thommy Davis, das muss man vielleicht erklären, ist ein US-amerikanischer DJ und Musikproduzent aus Baltimore, mit dem ich seit fünf Jahren auf Facebook verbunden bin. Ich mag seine Soulful House Musik sehr und spiele sie häufiger. Ich mag auch seine reflektierten Gedanken. Neulich hat er aufgeschrieben, wie es war, als er zum ersten Mal nach dem Ausbruch von Corona bei einer Veranstaltung war…

thomas davis, 10th july 2020, about his first event in corona-times…

I have watched enough stuff on FB to be afraid of any kind of crowd and was prepared to leave at the first sign of non-conform behaviors. I myself am a very “huggy” person and I needed a safe situation to practice not hugging or violate close distance unmasked.
I passed y’all!
I made NO exceptions, even to the closest of friends. It won’t take any health organization, or political rhetoric to know family that we are going to be this way for a long time- no matter what anyone says, be it news, governor, major, or anyone! Believe in yourself and what you can do to protect yourself and others. No handshakes, hugs, unnecessary too close proximity, or poor hygiene, most of all NO fraternizing with unmasked people (that includes close friends, family, or ANYONE!) It’s the only way we will one day come out of this mess.